Am Palmsonntag wird des Einzugs Jesu Christi in Jerusalem gedacht. Die römisch-katholische Kirche feiert in der Liturgie diesen ersten Tag der Heiligen Woche mit einer Palmweihe und Palmprozession. Zudem wird das Evangelium von der Passion Christi vorgetragen. Der Gottesdienst begann mit dem Einzug von Pastoralreferent Sven Brückner und den Ministranten. Ihnen folgte der Zug der Erstkommunionkinder, die in ihren Händen selbstgemachte Palmbuschen hielten. Traditionell bestehen diese Buschen aus Palmkätzchen, Buchs und Wacholder, teilweise noch Stechpalme und Eibe. Sie erinnern daran, dass die Bewohner Jerusalems bei Jesu Einzug diesem mit Palmwedeln huldigten. Den Hauptteil des Gottesdienstes bildete aber die Lesung der Passionsgeschichte. Frau Künstner, Frau Zoller und PR Brückner trugen im Wechsel die Passion nach Matthäus und Markus vor. Am Karfreitag wird nur die Passion nach Johannes vorgetragen. Diese Passionsgeschichte umfasst zahlreiche Stationen: Einzug in Jerusalem, das letzte Abendmahl, die Gefangennahme Jesu, der Kreuzweg, die Kreuzigung bis zur Grablegung und Totenruhe Jesu. Nach dieser sehr ausführlichen Schilderung des Passionsgeschehens trugen die Erstkommunion- kinder noch die Fürbitten vor. Diese Bitten sind gedacht für die Kirche, für die Regierenden und das Heil der ganzen Welt, für die Notleidenden sowie die örtliche Glaubensgemeinschaft. Die Nennung der einzelnen Gebetsanliegen wird von der Gemeinde mit einem Gebetsruf (Wir bitten dich, erhöre uns) beantwortet. Sie sind erst wieder seit dem 2. Vatikanischen Konzil fester Bestandteil der Mess- feier. Nach der Spendung der heiligen Kommunion und dem Schlusssegen konnten die Gläubigen noch die am Ausgang bereitstehenden Palmbuschen mit nach Hause nehmen. Teilweise werden die Zweige aufgehoben und am Aschermittwoch des Folgejahres verbrannt. Der Palmsonntag reiht sich ein in eine lange Liste christlicher Traditionen, die glücklicherweise noch nicht verlorengegangen sind und in letzter Zeit wieder eine gewisse Renaissance erfahren.

Dieter Zoller