Fronleichnam ist einer der wichtigsten katholischen Feiertage im Jahr. Er wird alljährlich am Donnerstag nach dem Dreifaltigkeitssonntag (Trinitatis) gefeiert. Ab- hängig von den Osterfeiertagen fällt er zwischen den 21. Mai und den 24. Juni. Das Fest hat den wohl merkwürdigsten Namen aller kirchlichen Festtage. In dem der Prozession vorangehenden Gottesdienst erläuterte PR Brückner diesen mysteriösen Begriff. Das Wort stammt aus dem Mittelhochdeutschen und setzt sich zusammen aus vron (Herr) und lichnam (Leib). Damals entsprach lichnam nicht dem toten sondern dem lebenden Leib. So bedeutet Fronleichnam so viel wie 'Fest des Leibes Christi'. An diesem Tag wird das Hochfest des Leibes und Blutes Christi gefeiert. Es hängt eng mit dem letzten Abendmahl zusammen, bei dem Jesus nach der katholischen Glaubenslehre seinen Jüngern den lebendigen Leib des Herrn in Form von Brot und Wein übergeben hat. Beides symbolisiert die Anwesenheit Jesu bei jeder Messe.

Nach diesem festlichen Gottesdienst formierte sich vor der Herz-Jesu- Kirche der Prozessionszug. Angeführt wurde er von den Minis mit Kreuz und Fahnen, begleitet vom Musikverein Mainhardt. Ihnen folgten die Erstkommunionkinder mit Begleitung, die Ministranten mit Rauchfass und Leuchtern, die Lektoren und übrigen Minis. Der eigentliche Hingucker war natürlich der von vier Trägern gehaltene Himmel mit dem Allerheiligsten in der Monstranz..Den Abschluss bildeten die Kirchengemeinde und Besucher. Begleitet von den Klängen des Musikvereins Mainhardt setzte sich der Prozessionszug schließlich in Bewegung, um den ersten Altar im Keltenring anzusteuern. Bereits am Vortag hatten fleißige Hände hier und neben dem Gemeindehaus einen Altar aufgestellt und prächtige Blumenteppiche gelegt. Ein Fest für die Augen! An jedem Altar und beim Abschluss in der Kirche wurden ein Evangelium gelesen, Lieder gesungen und Segensbitten gesprochen. Nach so viel Spiritualität gedachten die Teilnehmer und Gäste ihres eigenen Leibes, den sie beim anschließenden Gemeindefest nach Herzenslust verwöhnen konnten. Ein breites Angebot an Speisen und Getränken ließ keine Wünsche offen. Auch an die Kinder und Jugendlichen war gedacht worden – für sie gab es Betreuung im Jugendraum. Alt und Jung, Groß und Klein, Katholiken und Protestanten, Gläubige und Ungläubige – alle fanden sich zusammen, feierten gemeinsam. Es war ein Fest der Freude, der Gemeinschaft, vor allem aber auch ein Zeugnis gelebten Glaubens – eine Demo der besonderen Art.

Ein herzlicher Dank geht auch an alle, die durch ihre vielfältige Mitarbeit zum Gelingen dieses Festes beigetragen haben. Besonders bedanken möchten wir uns auch beim MV Mainhardt, der trotz schweißtreibender Temperaturen tapfer durch- hielt und uns mit seinen Melodien erfreute.

Dieter Zoller