Am Nachmittag des 24. Dezember war es wieder einmal so weit: Priester und Ministranten zogen feierlich in die nur schwach erleuchtete Kirche ein. Der Organist stimmte weihnachtliche Melodien an und die zahlreichen Besucher in der bis auf den letzten Platz gefüllten Kirche sangen die vertrauten Lieder mit. Mit Spannung erwarteten sie die Weihnachtspredigt. Dieses Jahr stellte Pater Tomy Thomas das Jesuskind in den Mittelpunkt seiner Ansprache. Er erinnerte daran, dass gemäß dem Lukasevangelium (Lk 2,7) durch die Geburt Jesu Gott selbst sich uns schenkte, er somit Mensch wurde. Durch dieses Kind komme seine Liebe zu uns und verbinde uns alle als Kinder Gottes. Zugleich beklagte er aber auch die große Not, unter der viele Kinder auf der Welt leiden würden und rief zur Hilfe für sie auf. Doch so ergreifend und eindringlich eine Predigt auch sein mag, nichts bringt die frohe Botschaft besser rüber als ein Krippenspiel. So auch an diesem 24. Dezember. Die Kinder der Kinderkirche hatten unter der Leitung von Felicia Correll und Elisabeth Weber ein kleines Stück einstudiert und spielten das Geschehen jener Nacht nach. Auch wenn die verständliche Aufregung manchmal etwas bemerkbar war – viel bemerkbarer war die Freude an der Darbietung. Johannes, Sebastian und Daniel Banasch als Josef, Herbergsvater und Sprecher, Lilly Wagner als Maria, Ann- Sophie Reif und Leonie Schoch als Engel sowie Katharina und Jakob Weber als Hirten erfreuten die Besucher. Den freundlichen Applaus hatten sich alle Beteiligten redlich verdient. Danach das gewohnte Finale: der Auszug des Priesters und der Ministranten aus der fast dunklen Kirche, ein sehr emotionales 'Stille Nacht, heilige Nacht' und dann noch die obligatorischen Segenswünsche. Den meisten Besuchern dieses Gottesdienstes war es anzusehen: die Weihnachtsgeschichte besitzt nach wie vor eine ungeheure Wucht. Sie gehörte und gehört als einer der bedeutendsten Teile zum religiösen Jahreskalender. Man erfreut sich an ihrer fast kindlichen Komposition und glaubt gerne an sie. Ob sie der Grund dafür ist, dass die Gottesdienste so gut besucht sind? Eigentlich war es so wie immer – einmal im Jahr.

Dieter Zoller